Google & KI

Branchenverzeichnisse in Österreich: Welche Einträge sich für deinen Betrieb lohnen

Ein paar gut gepflegte Einträge bringen mehr als hundert vergessene. Hier erfährst du, welche Profile für heimische Betriebe zählen und welche Angebote du besser wegwirfst.

Tischlerei MustermannHauptstraße 122230 GänserndorfTel. 0660 000 00 00Mo–Fr 7–17 UhrGoogle-UnternehmensprofilBing PlacesApple BusinessHerold.atWKO Firmen A–ZÜberall gleich: Name, Adresse, Telefon
Kurz gesagtLieber fünf gepflegte Einträge mit identischen Daten als fünfzig vergessene, und kein Formular unterschreiben, das du nicht bestellt hast.

Für die meisten heimischen Betriebe reichen eine Handvoll Einträge: das Google-Unternehmensprofil, Bing Places, Apple Business für Apple Karten, das WKO Firmen A–Z und der Herold. Die Grundeinträge sind dort kostenlos. Entscheidend ist nicht die Menge, sondern dass Name, Adresse, Telefonnummer und Website überall gleich und aktuell sind.

Ich sehe bei Betrieben im Bezirk Gänserndorf oft das Gegenteil: ein Google-Profil mit alter Telefonnummer, ein Herold-Eintrag mit der früheren Adresse und irgendwo noch ein bezahltes Verzeichnis, an das sich niemand erinnert. In diesem Artikel zeige ich dir, welche Einträge du wirklich brauchst, was kostenlos ist und wie du dich vor teuren Angeboten schützt.

Welche Firmeneinträge brauche ich wirklich?

Denk an die Wege, auf denen Menschen heute nach einem Betrieb suchen: Google-Suche und Google Maps, die Karten-App am iPhone, die Bing-Suche und klassische österreichische Verzeichnisse. Daraus ergibt sich eine kurze Liste, die du einmal ordentlich anlegst und dann pflegst.

  • Google-Unternehmensprofil: für Google-Suche und Google Maps
  • Bing Places for Business: für Bing-Suche und Bing Maps
  • Apple Business (früher Apple Business Connect): für Apple Karten und andere Apple-Dienste
  • WKO Firmen A–Z: das Firmenverzeichnis der Wirtschaftskammer
  • Herold: Telefonbuch und Gelbe Seiten für Österreich
  • Branchenportale, wenn es für dein Gewerbe ein bekanntes gibt, etwa Plattformen für Handwerker, Ärzte oder Gastronomie

Google-Unternehmensprofil: der wichtigste Eintrag

Für lokale Suchergebnisse berücksichtigt Google laut eigener Hilfe die Relevanz deines Profils, die Entfernung und die Bekanntheit. Vollständige Angaben helfen dabei: Adresse oder Einzugsgebiet, Öffnungszeiten, Kategorie, Fotos. Ein bestätigtes Profil erscheint laut Google eher in den Ergebnissen.

Halte dich an Googles Richtlinien: Der Name im Profil muss deinem echten Firmennamen entsprechen, ohne zusätzliche Suchbegriffe oder Orte. Arbeitest du nur bei Kunden vor Ort, blendest du die Adresse aus und legst ein Einzugsgebiet fest. Pro Standort gibt es nur ein Profil.

Bing Places und Apple Business: schnell erledigt

Microsoft beschreibt Bing Places for Business als kostenlose Plattform, auf der Betriebe ihre Einträge für die Bing-Suche und Bing Maps anlegen und verwalten. Praktisch: Bing bietet einen Import von Einträgen aus Google an. Wenn dein Google-Profil sauber ist, übernimmst du die Daten mit wenigen Klicks.

Apple hat Business Connect 2023 als kostenloses Werkzeug vorgestellt, mit dem Betriebe ihre Ortskarte in Apple Karten beanspruchen und Fotos, Logo und wichtige Informationen pflegen können. Laut Apple erscheinen diese Angaben in Apple Karten, Nachrichten, Wallet, Siri und anderen Apps. Inzwischen läuft das Angebot unter dem Namen Apple Business, und die Standortverwaltung ist laut Apples Übersicht auch in Österreich verfügbar.

So geht’s: Bring zuerst dein Google-Profil auf den neuesten Stand. Danach legst du Bing Places per Import an und beanspruchst deine Ortskarte bei Apple Business.

WKO Firmen A–Z: Du stehst vermutlich schon drin

Wenn du Mitglied der Wirtschaftskammer bist, wirst du laut WKO automatisch auf Basis deiner Gewerbeberechtigung im Firmen A–Z geführt, mit Grunddaten wie Firmenname und Adresse. Der Eintrag ist kostenlos. Name, Standort und Gewerbedaten kommen aus dem Gewerbeinformationssystem Austria, die Gewerbeadresse kannst du dort selbst nicht ändern.

Alles andere pflegst du selbst: Über dein WKO-Benutzerkonto kannst du Kontaktdaten, Logo, Bilder, Videos sowie unter „Produkte & Leistungen“ deine Angebote ergänzen. Laut WKO verbessert das die Auffindbarkeit. Viele Betriebe lassen diesen Eintrag leer stehen, dabei ist er schnell ausgefüllt.

So geht’s: Melde dich mit deinem WKO-Benutzerkonto im Firmen A–Z an, prüf deine Basisdaten und ergänze Telefonnummer, Website und eine kurze Beschreibung deiner Leistungen.

Herold: Was ist kostenlos, was kostet?

Beim Herold musst du zwei Dinge unterscheiden. Für den Telefonbucheintrag gilt laut Herold: Wer einen Telefonanschluss hat, hat Anspruch auf einen kostenlosen Eintrag im Telefonbuch und auf herold.at, mit Name, Firmenwortlaut, Adresse und Telefonnummer. Zusatzeinträge wie Homepage oder E-Mail-Adresse kosten dort laut Herold 0,71 Euro pro Zeichen und Jahr zuzüglich Umsatzsteuer. Änderungen am Telefonbucheintrag laufen über deinen Telefonanbieter, nicht über den Herold.

Daneben bietet der Herold einen kostenlosen Firmeneintrag an, den du anlegen, beanspruchen und verwalten kannst, sowie kostenpflichtige Werbe- und Marketingpakete. Ob du ein bezahltes Paket brauchst, entscheidest du am besten erst, wenn die kostenlosen Grundlagen überall stimmen.

Warum einheitliche Daten auch für KI-Assistenten zählen

Manche Menschen fragen nicht nur Google, sondern auch Assistenten wie Siri oder ChatGPT nach einem Betrieb in der Nähe. Diese Dienste greifen auf Daten aus dem Netz zurück. Apple sagt selbst, dass die Angaben aus Business Connect unter anderem in Siri und Apple Karten auftauchen.

Eine Auswertung von BrightLocal aus dem November 2024 hat 800 lokale Suchanfragen in ChatGPT untersucht, allerdings für den US-Markt. Die meisten angezeigten Quellen waren dort Websites der Betriebe selbst, rund 58 Prozent, Verzeichnisse machten etwa 15 Prozent aus. Für Österreich gibt es dazu keine vergleichbaren Zahlen. Die Richtung ist aber klar: Deine eigene Website und gepflegte Einträge mit gleichen Daten sind die beste Grundlage, damit Maschinen dich richtig wiedergeben.

Wie erkenne ich unseriöse Verzeichnis-Angebote?

Die WKO warnt, dass Betriebe regelmäßig Schreiben für Branchenregister, Firmenverzeichnisse oder ähnliche Einträge bekommen, die wie eine Aktualisierung eines bestehenden Eintrags oder sogar wie eine Rechnung aussehen. Wer unterschreibt oder einzahlt, schließt damit oft einen neuen, kostenpflichtigen Vertrag ab. Der Hinweis auf die Kosten steckt meist irgendwo im Fließtext. Besonders häufig trifft es laut WKO Neugründer.

Auch der Herold hat schon 2008 vor einem Fax-Angebot für einen angeblich kostenlosen Eintrag gewarnt, hinter dem eine dreijährige Mitgliedschaft um 80 Euro pro Monat stand.

  • Nichts unterschreiben oder einzahlen, das du keinem Auftrag eindeutig zuordnen kannst
  • Kleingedrucktes lesen und dir Bedenkzeit nehmen
  • Mitarbeiter informieren, dass solche Schreiben zu dir kommen
  • Im Zweifel bei der Rechtsabteilung deiner Wirtschaftskammer nachfragen
Merk dir

Lieber fünf gepflegte Einträge mit identischen Daten als fünfzig vergessene, und kein Formular unterschreiben, das du nicht bestellt hast.

Häufige Fragen

Ist ein Eintrag im Herold kostenlos?

Der Grundeintrag im Telefonbuch und auf herold.at mit Name, Adresse und Telefonnummer ist laut Herold für Telefonanschlussinhaber kostenlos. Zusätzlich kannst du einen kostenlosen Firmeneintrag anlegen oder beanspruchen. Zusatzeinträge und Werbepakete kosten extra.

Wie ändere ich meinen Eintrag im WKO Firmen A–Z?

Du meldest dich mit deinem WKO-Benutzerkonto an und gelangst über „Anmelden“ zur Wartungsseite deines Unternehmens. Dort ergänzt du Kontaktdaten, Logo, Bilder und Leistungen. Die Gewerbeadresse kommt aus dem Gewerbeinformationssystem und lässt sich dort nicht selbst ändern.

Bringen viele Branchenverzeichnisse bessere Google-Rankings?

Google nennt als Faktor für die Bekanntheit unter anderem Websites, die auf dein Unternehmen verweisen. Das heißt aber nicht, dass möglichst viele Einträge besser sind. Wichtiger sind wenige, seriöse Verzeichnisse mit korrekten, einheitlichen Daten.

Keine Zeit, das selbst umzusetzen?

Mit Klickfest mache ich deine bestehende Website neu – mit allem aus diesem Ratgeber. Fixpreis ab 290 €, bezahlt wird erst, wenn du zufrieden bist.

Zu Klickfest

Quellen

Alle Angaben habe ich mit diesen Quellen geprüft (Stand: 27. Oktober 2026). Die rechtlichen Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung – bei Detailfragen hilft die Wirtschaftskammer.

  1. Google Unternehmensprofil-Hilfe: Lokales Ranking bei Google verbessern
  2. Google Business Profile Help: Guidelines for representing your business on Google
  3. Microsoft Bing Blog: Introducing the New Bing Places for Business
  4. Apple Newsroom: Introducing Apple Business Connect
  5. Apple Support: Apple Business feature availability
  6. WKO: Hilfe zum Firmen A–Z
  7. WKO: FAQ Firmen A–Z
  8. Herold: Eintrag im Telefonbuch (Weiße Seiten)
  9. WKO Steiermark: Werbe- und Wirtschaftskriminalität: Erlagscheinwerbung, Registereintragungen und Co
  10. BrightLocal: Uncovering ChatGPT Search Sources
Kenny Trappl
Kenny Trappl

Waldviertler, lebt in Gänserndorf und baut mit Klickfest Websites für heimische Betriebe. Auf Servus Kundschaft schreibt er über alles, was Kundschaft bringt. Mehr über mich

Gratis zum Download

Alles über Lead-Generierung für Kleinbetriebe – in einem Leitfaden.

Website, Google, Bewertungen, Werbung, Nachfassen und Stammkunden: Ich habe das Wichtigste aus allen Ratgebern in einen Leitfaden gepackt – mit Illustrationen, Beispielen aus Österreich und Vorlagen zum Kopieren.

  • Der Weg zur Anfrage in 5 Stufen
  • Fertige Textvorlagen für Website, Bewertungen und Nachfassen
  • Rechtliches kompakt: Newsletter, Bewertungen, Impressum
  • Dein 90-Tage-Plan zum Abhaken

Einmal im Monat ein Tipp, der Kundschaft bringt.

Kurz, konkret, sofort umsetzbar – und als Dankeschön gibt’s den Servus-Kundschaft-Leitfaden gratis dazu.